Wie würde die Welt ohne Bigotterie, Religion, Ismen, Stigmen, Politik und Moralisieren aussehen?


Gänzlich frei von religiösen oder politischen Präferenzen ist der künstlerische Ausdruck des Komponisten Flint Juventino Beppe eine ständige Kraft des freien Willens des Einzelnen und der persönlichen Autonomie – ohne das irrelevante Eindringen des privaten Raums. Genau wie die wertfreie Arena der Natur es bewahrt.

Daher träumt Beppe ständig "von einer Welt ohne Selbstbetrug wie Politik, Religion und ismen".

Wie kommt es, dass die Menschen und Regierungen nie aus der Geschichte lernen? Liegt es an einem fundamentalen Unvermögen, zu erkennen, dass wir nichts als ein Quäntchen Leben im grandiosen Auftritt der Natur sind? Liegt es an einem Mangel an grundlegender Demut? Liegt es daran, dass es schwierig ist, zu erkennen, dass wir innerhalb von Sekunden unter der Erde sein könnten? Liegt es letztlich an einer Unfähigkeit, völlig ehrlich zu sein und sich selbst treu zu bleiben? Wenn die Menschheit unendlich eingeschränkt ist, wie kommt es dann, dass ein System, das auf Wahlen, Mehrheiten und Minderheiten basiert, vielerorts für eine gute Idee für den Bau einer Gesellschaft gehalten wird? Könnte es sein, dass einige glauben, sie würden die „einzige Wahrheit" kennen und kann daher törichte Systeme wie Demokratie ausnutzen und Gott spielen können?

Um mit Freiheit umzugehen, muss man völlig ehrlich mit sich selbst sein, sich nicht von anderen sagen lassen, was man denken soll. Vielleicht ist das einfach zu viel verlangt? Freiheit geht immer mit Verantwortung einher. Respekt für seine Mitmenschen sollte selbstverständlich sein: so überwältigend einfach und doch so vollkommen unerreichbar. Gesellschaft und Politik scheitern in dieser Hinsicht gänzlich.

In diesem Musikfilm liegt der Fokus auf Bigotterie; wie Bigotterie verkleidet als Religion, Ismen und politische Systeme sich zu staatliche Unterdrückung, Moralisieren und Manipulation entwickeln kann, und sogar zu Kriegen führt. Bigotterie kann viele Formen annehmen, nicht nur in großem Umfang, sondern auch in alltäglichen Situationen. Man findet sie innerhalb von Familien und in eng verwobenen Gemeinschaften.

THE HOLY BIGOTRY ist eine Musikfilmerzählung des Komponisten Flint Juventino Beppe.


  Film Transkript | Die Sprache der Natur | «Warning Zero» Op.54



The Holy Bigotry

THE HOLY BIGOTRY

(Trailer | Video on Demand)



Director's Statement


— Die Produktion von THE HOLY BIGOTRY war keine einfache Aufgabe: Ich fühlte mich durchweg ziemlich niedergeschlagen. Ich bin von Natur aus zu sehr Einsiedler, um mich aktiv auf die Barrikaden zu begeben gegen die dynamische Wankelmütigkeit der menschlichen Natur. Die Unterstützung, die ich oder jemand den Menschen geben möchte, ist zwecklos, da Selbstbetrug vorherrscht und der Menschheit nicht geholfen werden kann. Wie die Sprüche sagen: "Wenn jeder Narr gekrönt würde, wäre die Mehrheit der Bevölkerung Könige.", "Narren leben, aber lernen nicht.", "Gegen die Dummheit kämpfen die Götter selbst vergeblich." Dennoch kann ich nicht einfach meine Augen schließen und so tun, als ob es diese zerstörerischen Faktoren nicht gäbe, da ich keinen „Filter" habe (siehe «Ein Drahtseilakt unter dem Himmel»).

In diesem Film habe ich mich gezwungen, einige subjektive Gedanken zu Religion und Politik auszudrücken; von Menschen gemachte Faktoren, die mir völlig fremd sind. Ich habe einfach kein ruhiges Gewissen, wenn ich stumm bleibe, auch wenn es lächerlich ist, etwas von Menschen Gemachtes zu kommentieren, da die Menschheit weiter ihr eigenes lächerliches Leben lebt, egal was ich, Sie oder irgendjemand sagt.

Wenn das Bösesein so definiert werden kann, dass man offenen Auges die Möglichkeit akzeptiert, dass die eigene Meinung anderen, die nicht einverstanden sind, aufgezwungen wird, durch ein System wie zum Beispiel Demokratie, dann ist es nicht nur böse, es ist das reine Böse. Und somit bildet das Böse die Grundlage für menschengemachte Systeme wie Politik und Religion.

Ich höre nie auf, mich zu wundern, warum die Menschen einander mit solch erbarmungsloser Geringschätzung und Respektlosigkeit begegnen. Diese Missachtung des Andersseins ist es, die letztlich zu systematischer Diskriminierung, Wut und Leid führt. Weil Menschen im Laufe ihres Lebens unterschiedliche Meinungen, Interessen und Triebe haben, sehe ich nur eine Möglichkeit, die fair ist: die Unterschiede zu respektieren, zu leben und leben zu lassen, Seite an Seite in Frieden. Diese systemgewordene Respektlosigkeit ist der Grund dafür, dass ich so abgestoßen bin von Menschheit und Gesellschaft; ich kann und will nicht mitspielen.

Politik und Religion sind für mich ohne Ausnahme, genau wie alles andere, was auf -ismus endet, von Menschen gemachter Müll, denn sobald zwei oder mehr Personen zusammenkommen, ist das der Anfang von „Wahrheiten", Machtkämpfen und kurzlebigen Trends.

Ich denke, dass es verrückt ist, dass die Gesellschaft es normalisiert hat, und sich geöffnet hat dafür, dass Stimmungen und Religion in etwas so Ernstem – und potenziell zerstörerischen – wie Politik präsent ist. Am Ende des Tages oder Lebens sind menschliche Machtkämpfe lächerlich und sichern einen endlosen Kreislauf unterdrückender Herrschaft. Wir sind vielleicht schon in Sekunden unter der Erde und doch sehen die Leute nicht, an was für einem dummen Spiel sie teilnehmen.

Ich wurde geboren. Von dem Moment an war mein Lebensweg deutlich getrennt von der Gesellschaft der Menschheit. In meinen ersten Jahren auf dieser Erde glaubte ich an das, was meine Eltern mir als Gott vorgestellt hatten, aber nur so lange wie das, was ich sah, ein unberührtes, göttliches Wesen war, frei von menschlichen Eigenschaften. Als ich verstand, dass der biblische Gott nur ein menschengemachtes Konzept war, habe ich das als bösen Unrat aufgegeben.

Ich habe die Natur, um die ethische Kompassnadel in meinem Inneren zu lenken, und ich muss beide Füße fest in das Reich der Natur stellen, denn ich finde nur in der Natur, und in nicht menschlichen Eigenschaften, Glaubwürdigkeit. Ich muss keine von Menschen gemachten Bücher lesen. Solange ich auf einen Berg starren kann und fragen: „Wer wird schließlich unter der Erde begraben sein, ich oder der Berg?", bekomme ich alle Antworten, die ich brauche.

Die Natur spricht zu mir von hinter dem Horizont mit einer Aufrichtigkeit, die rein und unverwässert ist, und unendlich viel glaubwürdiger als alles von Menschen Gemachte. Die Natur heuchelt nicht; sie kennt keine Hintergedanken.

Wenn die Natur spricht, muss ich zuhören. Dies ist der Hauptgrund, warum ich es geschafft habe, bis jetzt zu überleben.

Dies ist eine einmalige Produktion und weit außerhalb meiner Komfortzone. Aber ich tue es für Natur und Musik. Take it or leave it.



Regisseur, THE HOLY BIGOTRY, 2015
Einwohner von Berlin, Deutschland, Planet Erde, Weltraum, ???





— Schauen Sie einmal gut in den Spiegel. Sehen Sie Gott? Wenn nicht, kümmern Sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten und tragen Sie nicht dazu bei, dass sich Geschichte wiederholt.



Ein Gespräch mit dem Komponisten Flint Juventino Beppe im Zusammenhang mit dem Musikfilm THE HOLY BIGOTRY.


Von Oddbjørn Fiskefjell


27.04.2015



1. Wie würden Sie den Titel des Films THE HOLY BIGOTRY erklären?

Im tiefsten Wald findet Flint Juventino Beppe
eine Arena, die ihn niemals enttäuscht.

— Nun, es kann als ein Wortspiel in Bezug auf „The Holy Bible" (die Heilige Schrift) verstanden werden, da die Bibel voller Bigotterie ist. Religion kann die stärksten Beziehungen spalten. In ihrer reinsten Form wird Religion zu Fanatismus – und hier dann ist sie besonders gefährlich. Beim Aufkommen von Fanatismus in den Menschen sind die Eiferer davon überzeugt, dass ihre Gottheit direkt mit ihnen und durch sie kommuniziert. Dies geschieht, weil sie tatsächlich glauben, dass es geschieht. Die Art von Euphorie, die diese Leute erfahren, hinterlässt einen tiefen Eindruck und kann so fest Fuß fassen.

Jedoch ist dieses Hochgefühl ein typisches Merkmal von Fantasie und es zieht das Gegenteil nach sich, wenn diese Euphorie sich als von Menschen gemacht herausstellt: ein Gefühl der Demütigung und kompletter Unterwerfung. Trotzdem ertragen die Menschen anscheinend diese irdische mittlere Stufe der Euphorie, solange es das Versprechen der Erlösung am Ende gibt.

Der Entstehungsprozess von THE HOLY BIGOTRY war extrem schmerzhaft. Trotzdem habe ich das Gefühl, dieser Film musste gemacht werden. Meine Absicht mit diesem Film war nicht, Religion zu widerlegen, da das ebenfalls als Bigotterie angesehen werden kann. Stattdessen blicke ich zurück in die Geschichte und zeige einige der verheerenden Folgen von Religion und bigotter Politik.

Ich würde auch gerne anmerken, dass Wörter in Form einer linguistischen Kommunikation wirklich nicht meine Stärke sind, und ich denke, ihre Fragen zu beantworten könnte ziemlich unangenehm werden, da Wörter für mich im Vergleich mit Musik sehr beschränkt sind. Ich hoffe nur, dass dieser Film Stoff zum Nachdenken liefern kann; das ist eigentlich alles.

2. Der Film beginnt mit einem Warnhinweis zum Inhalt. Ist es nötig, explizite Bilder einzusetzen, um ein Argument anzubringen?

— Ich benutze explizite Bilder selten in diesem Ausmaß. Ich würde sagen, dieser Kurzfilm ist ebenso viel Dokumentar- wie Musikfilm. Die Fotografien und Gemälde sind ein Weg, zu dokumentieren, wie die Unschuld leidet, wenn brutale Politik oder Religion zuschlägt: Wie Menschen ohne viel Widerstand von der starken Hand der heiligen Schriften, oder von den Ideen politischer Fanatiker, getroffen werden. Daher erschien es in diesem Fall nur natürlich, bezogen auf die erbarmungslose Musik, die das Narrativ begleitet, auch explizite Bilder zu nutzen.
   
3. Können Sie den Titel der Musik, die im Film verwendet wird, «Warning Zero» erklären?

— Ohne zu viel zu verraten, kann das „Zero" im Titel als etwas Digitales angesehen werden. In der digitalen Welt arbeitet man mit den beiden Werten 1 oder 0. Alles oder nichts. Das „Warning" in diesem Film könnte darauf hinweisen, dass Fanatismus unter den richtigen (oder falschen) Umständen für Menschen schlimme/verheerende Konsequenzen hat — zum Ausdruck gebracht durch die „0" (nichts). Die Komposition «Warning Zero» Op.54 ist ebenso Teil der Produktion wie die Bilder; sie ist die eigentliche Grundlage des Films.

4. Ist der Film ein Kommentar darüber, wie sich Menschen im Laufe der Zeiten organisiert haben?

— Ich kommentiere die Gesellschaft normalerweise nicht und bin auch nicht religiös oder politisch engagiert, in keine Richtung. Ich kann einfach keinen Bezug finden zu von Menschen erfundenen, vergänglichen Überzeugungen und Konzepten wie Politik, Religion oder Ismen. Jeder Ismus ist für mich von Menschen gemachter Müll, denn er basiert auf einer Herdenmentalität (vergänglich im Vergleich zu Integrität), Überzeugungen (vergänglich im Vergleich zu Logik) und Trends (vergänglich im Vergleich zu Zeitlosigkeit). Ein selbstgefälliges und bösartiges Streben nach Macht, moralischer Kontrolle oder der Kriminalisierung von Unschuldigen ist sinnlos und armselig im Vergleich zu der unendlichen Überlegenheit eines Berges, eines Wasserfalls, der Aurora Borealis, einer Galaxie oder anderer nicht von Menschen geschaffener Kräfte. Bigotterie, Moralismus, Vorurteile, staatliche Unterdrückung, Stigmen und Tabus fallen alle in sich zusammen, wenn sie der Bedeutung der Natur und dem, was das menschliche Gehirn nicht fassen kann, gegenübergestellt werden.

Ich kann nicht akzeptieren, dass eine von Menschen gemachte Meinung oder ein Ismus in der Gesellschaft den Vorsitz haben soll und so das Leben aller Bürger*innen lenkt, auch derer, die nicht einverstanden sind.

Es gibt solche, die scheinheilig Gott spielen und arroganterweise und missbräuchlich denken, sie könnten eine „Wahrheit" für andere entscheiden, zum Beispiel durch engstirnige Politik, Gewalt oder Vorurteile. Weil Menschen verschiedene persönliche Interessen haben und persönliche Entscheidungen treffen, kann nichts als „richtig", „falsch" oder „besser" erklärt oder erwiesen werden; daher kann man ebenso gut aufhören, Gott zu spielen. Ich wünschte, es wäre für einen Staat unmöglich, seine Macht auszunutzen, um fundamentale persönliche Freiheiten und Respekt zu stören oder zu unterdrücken. Ich wünschte, es wäre unmöglich, Gesetze zu erlassen, die auf Empfindungen oder „Überzeugungen" basieren, oder darauf, was der einzelne mag oder nicht mag – denn dies wird anderer Menschen Zeit auf dieser Erde belasten. Ich muss fragen: Wie wagen Sie es, über andere zu entscheiden, nur weil Sie es können, oder weil Sie Politiker sind?

Ein/e Gentleman oder -frau zu sein bedeutet, andere für ihre privaten Entscheidungen oder Bedürfnisse zu respektieren, auch wenn man sich nicht vorstellen kann, das Gleiche zu entscheiden oder zu benötigen, Respekt der Macht vorzuziehen – friedlich zu leben und leben zu lassen, Seite an Seite. Es gibt keinen Weg darum herum: Menschen sind zusammengenommen mehr oder weniger verschieden; daher müssen alle unschuldigen Unterschiede respektiert werden; eine Seite/Meinung darf nicht ausgesucht/gewählt/gezwungen werden, über die anderen zu herrschen. Es ist leider sehr schwer, staatenlos zu werden, wenn das die einzige Alternative zum Wechsel der Staatsangehörigkeit ist.

Wenn ein Staat durch moralistische Gesetzgebung einen bestimmten Teil der Menschen drangsaliert, wenn er unterstellt, dass deren Lebensstil, ihre Bedürfnisse oder ihre Arbeitswahl zweiter Klasse sind: Dann würde statistisch gesehen jemand diese Propaganda glauben, sowohl in Teilen der Gesellschaft als auch in Teilen der betroffenen Gruppe selbst. Das wird Stigma genannt und basiert oft auf Diskriminierung, auf Empfindungen, die eine moralische Panik aufbauen, auf mangelnder Aufklärung, auf Tabus oder auf persönlichem Hass – ein klassischer böswilliger Zug der Menschen. Dies ist bei ethnischen Säuberungen zu finden und bei rein moralistischen Gesetzen, die zur Verfolgung Unschuldiger führen.

5. Können Sie bitte etwas näher auf die letztere Aussage eingehen?

Moralisierender Wahnsinn, Phobien, Mythen und Diskriminierung gedeihen immer noch rund um den Globus: Homophobie, Frauenhass, Ausländerfeindlichkeit und Tabus bleiben stark. Es ist, als ob Geschichtsbücher nicht existieren, als ob es keinen Grund gibt, aus der Geschichte zu lernen, um die Fallen der Bigotterie zu vermeiden. Und was außer Religion, Vorurteilen, Stigmen, Tabus und bigotter Politik kann zum Beispiel erklären, dass in einigen Bevormundungsstaaten Homosexuelle, Transsexuelle und unabhängige Sexarbeiter*innen/deren Klienten immer noch (im Jahr 2015) staatlicher Unterdrückung und Geringschätzung ausgesetzt sind, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Interessen, ihrer Berufswahl oder Gesundheitsdienstleistung?

Wie unterstehen sich einige Regierungen, Gott zu spielen und aktiv böse Unterdrückung und Respektlosigkeit gegenüber der persönlichen Freiheit auszuüben? Und wie unterstehen sich ein großer Teil von Leute, böse Unterdrückung und Respektlosigkeit gegenüber der persönlichen Freiheit passiv zu akzeptieren?

Vielleicht liegt die Antwort in Tabus, Stigmen, Neid und Ignoranz? Stigmen führen oft zu einem schlechten Ruf, schlechten Arbeitsbedingungen, Gefahr und rein nebensächlichen Episoden, die hätten vermieden werden können.

Gesundheitsarbeit ist von herausragender Bedeutung für das geistige und körperliche Wohlbefinden und sollte mit größtem Respekt behandelt werden. Was ist gesünder und kann mehr Krankheiten, Medikamentengebrauch, Selbstmord und Kummer verhindern als Sport und Sex? Daher ist die Arbeit in diesem Gesundheitssektor logischerweise äußerst natürlich und wichtig; sie sollte daher unter den bestmöglichen Umständen stattfinden und ist eine naheliegende Geschäftsentscheidung für jede und jeden, der das wünscht und wählt. Andere können etwas anderes tun.

Nicht jede Art Arbeit passt zu jeder Art Mensch. Einer merkt dies früh. Einer später. Einer nie, und bleibt lebenslang zufrieden seiner Wahl verpflichtet. Jemanden daran zu hindern, seine an sich gesunden Interessen, Träume oder Metiers zu realisieren, nur weil irgendeine irrelevante Person oder Gruppe anderer Meinung ist, ist das reine Böse. Ohne Ausnahme. Da geht kein Weg drum herum. In jeder friedlichen Situation ist die einzig wichtige/relevante Frage für das Individuum ob etwas in sich selbst autonom/einvernehmlich ist oder nicht — nicht unwesentliche Aspekte wie zum Beispiel ob etwas professionell/geschäftlich ist oder privat. Was irgendwelche Gesetze betrifft, die auf Diskriminierung, Respektlosigkeit und Moralisieren basieren, ist das einzig Kriminelle die Existenz eines solchen Gesetzes.

Man sollte nie seine eigenen persönlichen Erfahrungen verallgemeinern: auch wenn ich persönlich schreckliche Erfahrungen gemacht habe, als ich mit der Religion meiner Kindheit gebrochen habe, die mich beinahe umgebracht haben und mir vorübergehend das Gehirn ruiniert haben, habe ich kein Recht, zu behaupten, dass dies allen anderen genauso gehen wird, die eine ähnliche Erfahrung machen. Was man persönlich bewältigen oder nicht bewältigen kann erscheint subjektiv und unwesentlich, nur bezogen auf die eigene Integrität. Menschen benutzen oft unwesentliche Geschehnisse als „Erklärung" oder Sündenbock für schlimme Folgen, anstatt sie der eigenen Integrität anzulasten. Indem man generalisiert, wiederholt man nur die Geschichte des Tyrannen. Durch die Verallgemeinerung wiederholt man nur die Geschichte des Tyrannen.

Ein aufrichtiger Ratschlag an die Eiferer: Wer sind Sie, dass Sie über andere entscheiden? Schauen Sie einmal gut in den Spiegel. Sehen Sie Gott? Wenn nicht, kümmern Sie sich um ihre eigenen Dinge und tragen Sie nicht dazu bei, dass sich Geschichte wiederholt.

Die Vereinten Nationen und Amnesty International sind Organisationen, die sich bemühen, Verletzungen der Menschenrechte, Gesetze, die Unschuldige kriminalisieren, Einschränkungen der Redefreiheit, staatliche Unterdrückung und Justizirrtümer weltweit zu überwachen und zu verhindern. Aber ist es nicht ironisch: auch diese Arenen sind von Menschen gemacht. Verfassungen sind von Menschen gemacht. Die Personen, die dieses Interview lesen, sind wahrscheinlich Menschen!

Denken Sie daran, es ist vielleicht möglich, in ein anderes Land zu ziehen und die Staatsangehörigkeit zu wechseln, wenn man es mit dem Gewissen nicht vereinbaren kann, unbeabsichtigt Teil eines Bevormundungsstaates zu sein, der sadistischen Moralismus über eine passive Bevölkerung ausübt. Einem solchen Staat kann man nicht trauen.

6. Aber würde nicht alles im Chaos enden, wenn die Menschen sich nicht selbst organisieren würden?

Ich weiß nicht, was schlimmer ist: eine Diktatur, in der der Anführer ein Tor ist oder eine Demokratie, in der die Mehrheit töricht ist. In beiden Fällen ist das Ergebnis oft eine Unterdrückung von Freiheit. Je mehr Leute dahinter stehen, desto mehr sind schuld. Es scheint unmöglich, dass Menschen in Respekt und Frieden zusammenleben. Wenn die Menschheit in einem staatlichen System organisiert sein muss, dann sollte der Staat so wenig wie möglich in Aspekte des Privatlebens verwickelt sein; idealerweise überhaupt nicht. Die Gefahr, moralisierender Politik und staatlicher Unterdrückung ausgesetzt zu werden, wird überwältigend groß, sobald Eiferer und Fanatiker mit ihrer „Wahrheit" an die Macht kommen, und ihre Engstirnigkeit und ihren Mangel an Perspektive zum Problem aller machen.

Wenn ein demokratischer Staat ein Gesetz einführt, das auf Moralismus und Diskriminierung basiert, so wird das in zahllosen Verletzungen der Menschenrechte sowie in verschiedenen ungerechten Sanktionen resultieren. In solchen Situationen ist es logisch, der gesamten Nation gegenüber misstrauisch zu werden, eben genau wegen des „alle sind schuld" Merkmals von Demokratie. Weil Wahlen geheim sind, ist es annähernd unmöglich zu wissen, welche Individuen für solch eine Regierung gestimmt haben. Ein Bürger in einer Demokratie kann wählen, was immer er will, ohne persönliche Konsequenzen für das Endergebnis ins Auge fassen zu müssen. Demokratie hat weitere schwerwiegende Fehler. Menschen wählen Vertreter, denen sie mehr oder weniger zutrauen, das Land zu führen, aber die Fallgruben eines solchen Systems sind zahlreich. Zuerst einmal haben viele Politiker Überzeugungen – vielleicht sogar sehr private – stark mit Religion oder Vorurteilen gesättigte – und außerdem basieren diese Überzeugungen oft auf Ignoranz oder Respektlosigkeit. Politiker haben oft eine unbeirrbare Selbstsicherheit, und nicht jeder ist dafür bereit, selbst vorurteilsfrei zu sein. Es ist kein Wunder, dass Eiferer aus Kommunen gern in Politik und Gesetzgebung gehen, wenn es dort freien Zutritt für Vorurteile und nationale Diskriminierung gibt (getarnt als netter klingende „Meinungen"), ohne die Konsequenzen zu riskieren, die man als Mobber im Privatleben befürchten müsste. Alle sollten davon absehen, das Leben, die Präferenzen und die Träume anderer zu ruinieren.

Demokratie ist, wie ich es sehe, in Wirklichkeit eine Diktatur namens Mehrheit. Unterdrückung ist Unterdrückung, egal ob sie von einer einzigen Person als Träger der Macht innerhalb der Regierung oder von 3000 beliebigen Wählern stammt. Da weder eine Mehrheit noch eine Minderheit automatisch als Beleg für Qualität gelten können, wird Demokratie absurd. Es ist außerdem ein Leichtes, in einer Demokratie ein Komplize des Bösen zu sein. Ich denke, Demokratie gibt vielen das falsche Gefühl, involviert zu sein und Macht zu haben. – «Mundus vult decipi, ergo decipiatur.» («Die Welt will betrogen werden, also soll sie betrogen werden.») Altes lateinisches Sprichwort. Sowohl die „Humanwissenschaft" als auch Empfindungen sind schließlich lächerlich; und sie werden nichts ändern an der Sonne oder der bevorstehenden Unter-der-Erde-Situation.

7. Aber haben Sie denn einen besseren Vorschlag für eine Regierungsform?

Die Politik ist systemgewordene Diskriminierung, da geht kein Weg drum herum. Man kann „dem Volk" definitiv nicht trauen. Die Macht weg vom Volk. Seien Sie ihr eigener Chef. Es gibt keinen guten Vorschlag, der für alle Menschen funktioniert. Die Mehrheit ist menschengemachtes Böses und Müll. Die Minderheit ist menschengemachtes Böses und Müll. Diktatur ist menschengemachtes Böses und Müll. Wenn zwei oder mehr Personen zusammenkommen, gibt es Probleme. Das Bedürfnis und der Wunsch, über andere zu entscheiden, ist böse und menschengemachter Müll. Zu denken, dass ich die „Wahrheit" besitze, ist böse und menschengemachter Müll.

Die Gesellschaft ist offensichtlich auf eine Weise konstruiert, dass nur Teile der Bürger zufrieden sein können. Ferner ist die Behauptung, dass 51% der Bevölkerung die Mehrheit sind, den 49% gegenüber, die nicht der gleichen Meinung sind, unfair. Nur ein 100%iger Konsens ist fair. Wenn etwas nicht 100% ist, dann ist eine Mehrheit, die aus menschlichen Einschränkungen besteht, per se unfair gegen die individuelle Integrität und hat historisch oft zu ebenso viel Leid geführt wie eine Minderheit.

Man könnte jedoch einige Gedankenspiele anstellen. Zuerst einmal sollte es eine Voraussetzung für die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen sein, dass jeder Mitgliedsstaat die Menschenrechte in seine Verfassung aufnimmt. Zweitens sollte nach einem obligatorischen Genehmigungs-/Ausschlussprozess, in dem untersucht wird, ob ein Gesetzesvorschlag diskriminierend ist oder irgendwelche Menschenrechte verletzt oder nicht, die Namen aller politischen Parteien in eine Verlosungstrommel getan werden und ein Gewinner gezogen. Auf diese Weise könnte niemand mit bigotten Absichten die Gelegenheit bekommen, eine Masse (Wähler) zu manipulieren, um durch die Ausnutzung von Empfindungen an die Macht zu gelangen (wie im zweiten Weltkrieg), und man würde auch einige der größten Probleme in Demokratien vermeiden: Verstöße gegen die Menschenrechte.

Die Geschichte zeigt, dass sich Meinungen mit der Zeit sowieso ändern, da sie oft auf vergänglichen Aspekten wie Trends oder Wellen basieren; daher wäre die Verfassungsmäßigkeit von Menschenrechten und danach eine Verlosungsmethode, um einen Gewinner unter den Vorschlägen, die erwiesenermaßen nicht gegen die Menschenrechte verstoßen, zu bestimmen, ein Weg, so viel Frieden wie möglich sicherzustellen. Das könnte ein Ausgangspunkt sein.

Außerdem wünschte ich, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen wären ausschließlich auf Vereinigungen beschränkt, denn Mitgliedschaften zwischen Gleichgesinnten basieren auf freiem Willen und sind nicht hinterlistig Teil der Gesetzgebung durch z. B. Bigotterie, Religion, Moralkodexe, moralische Panik, Moralismus, bösartigen staatlichen Feminismus, Sentimentalismus, Stigma, Propaganda, Tabus, Neid, Hass, Gaslighting, Gefühle, Lebenslügen, Trends, Wellen von Ismen, engstirnige Wahlen oder zumindest relativ unwesentliche Aspekte. Indem man Überzeugungen auf Vereinigungen beschränkt, hindert man Eiferer daran, nationale Regierungsformen auszunutzen, um Menschen mit anderer Meinung zu missbrauchen, Unschuldige zu verfolgen/diskriminieren, friedliche Situationen zu stören und Opfer von Schikanen zu schaffen.

Dennoch denke ich, dass es naiv wäre, zu glauben, dass es jemals ein perfektes System geben wird, denn ich kann mir „gesellschaftliche Perfektion" nicht vorstellen. Daher noch einmal: Seien Sie ihr eigener Chef.

8. Was halten Sie für die wichtigste Aufgabe des Staates?

Erstens darf man den Staat niemals moralistisch entscheiden lassen, was „richtig oder falsch" in einer Gesellschaft ist; das ist einfach absurd und gewährleistet, dass vergänglicher Müll seine fünf Minuten böser Berühmtheit erlangt, bevor sich die Geschichte selbst wiederholt. Ein Staat ist von Menschen gemacht und daher von vornherein zu Falschheit verurteilt. Dies vorausgeschickt, und weil es wahrscheinlich unrealistisch ist, in einer fehlerhaften Gesellschaft einen Staat zu vermeiden, denke ich, dass es von herausragender Bedeutung ist, dass der Staat niemals auf etwas Unwesentliches zugeschnitten ist. Private Meinungen, relative Umstände und Stimmungen, die alle höchst subjektiv oder vergänglich sind, dürfen niemals n - i - e - m - a - l - s bei Gesetzesvorschlägen eine Rolle spielen; allein Logik und Respekt für unsere Unterschiede. Im Privaten sind wir frei, zu mögen oder abzulehnen auf der Basis unserer eigenen Gefühle, aber wir haben kein Recht, diese Meinungen anderen aufzudrängen, nur weil wir es als Wähler oder Politiker können.

Ein Staat sollte außerdem politisch neutral sein und daher nie auf einer bestimmten politischen Seite stehen, denn das ist in sich selbst ein Trugschluss. Lassen wir das Private privat. Wenn es ein unwesentliches Problem gibt, das oft als Ergebnis von Stigmen/schlechten Bedingungen auftritt, dann verbessern wir die Umstände, anstatt die integre, friedliche und aufrichtige Entstehung persönlicher Freiheit zu stören.

Daher wünsche ich mir, dass es die wichtigste Aufgabe des Staates wäre, den Staat selbst daran zu hindern, unangemessene Macht über private Leben und freie Entscheidungen zu erlangen, damit diskriminierende staatliche Ismen vermieden werden. Eine Utopie? Vielleicht für die Menschheit.

Daher müsste ich, wenn ich gefragt würde, was ich in dieser Welt am meisten verachte, antworten, dass es definitiv die Menschheit ist.
 
9. Gibt es denn einen Weg, ein „glückliches Leben" zu führen, umgeben von staatlich eingeführter Bigotterie, ohne ignorant zu sein?

— Der Versuch, eine Antwort auf diese Fragen zu finden, tut mir wirklich weh, da ich tatsächlich keine Lösungen für den Wankelmut der Gesellschaft habe. Wie könnte ich das? Ich denke nur laut nach. Ich kann nicht sagen, dass ich eine Lösung zur Entwirrung dieses gordischen Knotens habe, und ich lebe in einer fast unmöglichen Situation, in der ich mich täglich in extremem Umfang mit menschlichem Müll um mich herum quäle, obwohl ich mich davon in meinem eigenen Paralleluniversum fernhalten sollte.

Überhaupt, da der Staat von Menschen gemacht ist, und einen daher nicht besitzen kann, und man ihm auch nicht vertrauen kann, suggeriert die Anwendung eines Ausschlussverfahrens für mich eine Möglichkeit, nicht ignorant zu sein, und gleichzeitig gegen staatlich organisierte Bigotterie vorzugehen:

Bigotter staatlicher Unterdrückung muss mit Unterdrückung des Staates selbst durch persönliche Freiheit und Integrität entgegengetreten werden. Höre immer auf dein Herz wenn die jeweilige Umgebung nicht darunter leidet. Lass deine Privatsphäre nie von irrelevanten Menschen oder vergänglicher Politik verletzen. Sei vorsichtig und glaube nicht, dass du allwissend bist. Schau aus dem Fenster und höre auf die Berge. Sollte es manchmal zufällig eine Übereinstimmung zwischen dir und dem Staat geben, dann ist das eben Kunst aus Versehen.

10. Warum glauben Sie ist Religion so ein wesentlicher Bestandteil des Lebens der Menschen?

— Wie der Autor Henrik Ibsen in «Die Wildente» sagt: «Nehmen Sie einem Durchschnittsmenschen die Lebenslüge, und Sie nehmen ihm zu gleicher Zeit das Glück.»

Tradition und Kultur, in Kombination mit geringer Selbstachtung, Angst und Massensuggestion, sind, denke ich, die Grundpfeiler jeder religiösen Bewegung. Wenn ein junger Mensch in einer Familie aufwächst, in der die Eltern oder die erwachsenen Vorbilder Religion in das Leben dieses Menschen bringen, dann kann dies dessen Wahrnehmung des Lebens und der Lebensweise verändern. Außerdem kann es dramatisch für einen solchen jungen Menschen sein, sich von der Religion der Familie abzukehren, da dies indirekt auch bedeutet, mit der Familie zu brechen. Der gesamte Prozess, die Religion zu verlieren, kann erniedrigend und schmerzhaft sein, und in gewissen Teilen der Welt sogar lebensbedrohlich. Ich denke, viele Menschen entscheiden, den Glauben der Kindheit „in Gang zu halten", um einer schmerzlichen Konfrontation mit ihrem Bauchgefühl aus dem Weg zu gehen. Dies wiederum kann dazu führen, dass Leute auf Nummer sicher gehen und wählerisch sind in dem, woran sie glauben, da dies bequem für ihren Lebensstil ist; vielleicht können sie einfach nicht mit unbegrenzter persönlicher Freiheit umgehen? Für viele ist es auch ein Schutz, an ein Leben nach dem Tod zu glauben.

Religiöse Menschen entscheiden sich oft, bezüglich der unschönen Realitäten ihrer Religion wegzuschauen. Und solch einen Haftungsausschluss, mit einem Bein hier zu stehen und mit dem anderen dort, sich nur die bequemen Teile der Heiligkeit auszusuchen, finde ich abstoßend. Genau wie passives Verhalten, Konformität, Gehorsam und Einhaltung von diskriminierenden, moralistischen Gesetzen, ist es extrem selbstsüchtig, sich mit einer Religion zufriedenzugeben, da man automatisch die Bigotterie unterstützt, die in „Heiligen Schriften"/moralistischen Gesetzen geschrieben steht, und somit kritisches Denken und die persönliche Autonomie aufgibt. Unschuldige Menschen leiden automatisch darunter.

Ich denke, Religion spielt eine solch große Rolle im Leben vieler Menschen, weil sie eine Furcht davor entwickeln, etwas nicht zu wissen, und sich nicht trauen, Fragen offen und unbeantwortet zu lassen, wenn sie sich nicht zu einem abstrakten Gotteskonzept hinneigen. Ein mögliches Leben nach dem Tod ist außerdem eine fesselnde Idee, weil es so beängstigend ist, nicht zu wissen, was nach dem Tod passiert. Mein Vorschlag ist es, einfach abzuwarten; was sonst können wir machen? Haben wir darum gebeten, geboren zu werden? Wenn nicht, wie können wir dafür verantwortlich gemacht werden, sterben zu müssen? Was wir technisch gesehen nicht über ein Leben nach dem Tod wissen können, können wir nicht wissen. Warum geben wir uns mit dieser Ungewissheit nicht zufrieden? Aufgrund der schrecklichen Konsequenzen jedes religiösen Glaubens sollte dieser am besten komplett vermieden werden.

Mit Gewissheit zu behaupten, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, ist ein enormer Angriff auf die Integrität und Unschuld der Menschen, aber zu behaupten, dass dort nichts ist, ist ebenfalls ein Angriff, da das kein Mensch sicher wissen kann. Vielleicht gibt es keine eindeutigen Antworten. Es ist wahrscheinlich am besten, sich damit zufriedenzugeben, dass die Chance 50/50 steht, eine Antwort auf irgendeine philosophische Frage zu finden. Nicht mehr. Nicht weniger. Für mich muss jede existenzielle Frage 100% offen bleiben, um mit dem Leben zurechtzukommen. 50 + 50 = 100. — Du brauchst nicht zu sagen „ich glaube" oder „ich weiß." Du kannst sagen „ich glaube nicht" oder „ich weiß nicht" – und dich damit zufrieden geben. Es ist kaum ein Zufall, dass meine erste CD MULIGENS („Möglicherweise") hieß.

11. Denken Sie, Religion wird je verschwinden?


— An dem Tag, an dem die Erde vielleicht zerstört wird, und nur dann, wird Religion vielleicht verschwinden. Bis das passiert, glaube ich, dass Religion die Menschen zu fest in der Hand hat, um je loszulassen. Wenn wir uns anschauen, wie viel Religion zerstört, getötet und missbraucht hat, und wie einfach es ist, die psychologischen Mechanismen von Religion zu erkennen, dann ist es sehr verblüffend, dass die Menschen die Idee nicht schon vor langer Zeit komplett aufgegeben haben. Auch wenn Millionen obdachlos werden und Unzählige in religiösen Konflikten sterben, halten die Menschen immer noch an ihrem Glauben fest und trauen sich nicht, zu sagen: „Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt" oder „ich weiß nicht, ob es ein Leben nach dem Tod gibt." Es ist einfacher, auf den gebrauchsfertigen Weg zur Erlösung zurückzugreifen und an etwas Abstraktes zu glauben. So lange es Fanatismus gibt, so lange heilige Schriften jungen Leuten als „die Wahrheit" präsentiert werden, und so lange es begrüßt wird, wenn Pfarrer von Himmel und Hölle predigen, und den Gemeinden Furcht eingeträufelt wird, wird Religion überleben.

Religion wird weiterhin eine Quelle von Verfolgungswahn, Bigotterie, Moralismus, Krieg und Terrorismus sein, so lange es Menschen gibt, und das macht mich sehr traurig.

Aber was können wir tun?


Du brauchst nicht zu sagen „ich glaube" oder „ich weiß." Du kannst sagen „ich glaube nicht" oder „ich weiß nicht" – und
dich damit zufrieden geben.